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Tanz auf Durchreise….Zur Markierung von Ordnungen im Tanz Prof. Dr. Claudia Jeschke (Paris Lodron Universität) [Material: Idomeneo-Chaconne nach Wolfgang Amadeus Mozart] Idomeneo-Chaconne entstand zur Eröffnung des Hauses für Mozart in Salzburg im Juni 2006. Gemeinsam mit der Musik- und Tanzwissenschaftlerin Sibylle Dahms hatten der Berliner Solotänzer Rainer Krenstetter und ich einen choreographischen Kommentar zu der selten gespielten Ballettmusik, der Chaconne, aus Wolfgang Amadeus Mozarts 1781 in München uraufgeführten Oper Idomeneo erarbeitet. Dieser Kommentar richtete sich auf verschiedene Themen: zunächst auf interpretative Kontextualisierungen wie: auf die Chaconne als Schluß-Tanz der Oper, auf den musiktheatralischen Inhalt, auf die performativen Qualitäten der damaligen Tanzpraxis, auf die persönliche Situation Mozarts, und weiter auf historische De-Kontextualisierungen: wie etwa auf die Ereignishaftigkeit einer aktuellen Aufführung durch einen klassisch geschulten Tänzer. Die Verständigung über den Akt des Tanzens (und im Akt des Tanzens) basierte auf dem höchst komplexen Zusammen-Spiel von Wissen (und der Akzeptanz von Wissenslücken), von Können (und Entlernen bzw. Umlernen), von der Koordination von Ästhetik, Stil, Motorik, Technik und Kinetik. Einige dieser diskursiven und experientiellen Kontinuitäten, Konflikte, Differenzen sollen im Format eines Vortrags nachvollziehbar werden. Jeschke, Claudia, Prof. Dr.
geboren in Ludwigburg; Tanz- und Schauspielausbildung in München, New York und Philadelphia; Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in München; Promotion mit Tanzschriften. Ihre Geschichte und Methoden (1980); Habilitation mit KörperBewegungen - Denkfiguren der Theaterwissenschaft (1999). Claudia Jeschke arbeitete als Tänzerin beim Tanzprojekt München (1974-76), als Choreographin am Residenztheater und an den Kammerspielen, München, sowie an der Frankfurter Oper; war als Schauspielerin an den Münchner Kammerspielen sowie bei Andras Fricsays Zauberflöte tätig (1974-1980); Bewegungs- und Tanzunterricht an verschiedenen Tanz- und Schauspielschulen, u. a. an der den Kammerspielen angeschlossenen Falckenbergschule. Sie etablierte als Akademische Rätin den Studienbereich 'Tanz' am Inst. f. Theaterwissenschaft, München (1980-89); Lehraufträge u. a.: Universitäten Salzburg, Bayreuth, Bremen, Bochum, University of California, Riverside (1989) und York University, Toronto (1989); Leitung des DFG-Projekts "Bewegungsprofile" (1992-1994); Hochschuldozentin für Theaterwissenschaft (Schwerpunkt Tanz) am Inst. f. Theaterwissenschaft der Universität Leipzig (1994-2000); Direktorin des Tanzarchivs Leipzig e. V. (1997-2000); seit 1997 Vertretungen, Gastprofessuren sowie Dozenturen in Gießen, Mainz, Wien, Bern, Salzburg; Professorin für Tanzwissenschaft an der Hochschule für Musik Köln (2000 - 2004); seit Oktober 2004 o. Professur an der Abt. Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg. Internationale Vortragstätigkeit (seit 1980); zahlreiche Veröffentlichungen vor allem zur Tanzgeschichte und -ästhetik des 18., 19. und 20. Jahrhunderts; Herausgeberin der Documenta Choreologica (1994-2000); Autorin mehrerer Fernsehreportagen zur aktuellen Tanzentwicklung; Dramaturgin (z. B. Zusammenarbeit mit Heinz Spoerli für den Düsseldorfer Schwanensee, 1991); Konzeption und Realisierung von Ausstellungen. Sie rekonstruierte gemeinsam mit Uni. Doz. Dr. Sibylle Dahms Ballette des ausgehenden 18. Jahrhunderts (Noverres/Dellers Orpheus und Eurydike, Noverres/Mozarts Les Petits Riens, 1991) und gemeinsam mit Ann Hutchinson Guest (mit Hilfe eines Grants vom National Endowment of the Humanities, Washington) Nijinskys/Debussys L'Après-midi d'un Faune (u. a. Montreal 1989, Jerusalem/Tel Aviv 1992, Zürich 1993, Oakland 1995, Berlin 1996, Montreal 1997, Hawaii 1997, London 2000 und 2004); Zusammenarbeit mit Betsy Fisher, Tänzerin und Professor of Dance, University of Hawai'i at Manoa, an einem Programm zur Rekonstruktion des expressionistischen Tanzes The German Lineage of Modern Dance. Quelle: Anton Bruckner Privatuniversität |