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Drehpunkt Kultur 30/03/08 Print E-mail

Drehpunkt Kultur
30.03.2008 

Bach und juristische "Urtexte"

Notgedrungen müssen sich auch ausübende Künstler mit Fragen des Kulturmanagements auseinandersetzen. Im Solitär erfahren am Montag (31.3.) Studierende und andere Interessierte Grundlegendes zum Thema.
Von Gottfried Franz Kasparek

30/03/08 Mit der Veranstaltung am 31. März wollen die Initiatoren "Bewusstsein schaffen für die Notwendigkeit von Kulturmanagement, zumindest Anstöße geben". Natürlich kann man Kunst an sich nicht evaluieren, aber sehr wohl die Lehre und die Vermarktung. Von letzterer sollte jeder, der sich nicht bloß als „Nur-Künstler“ sieht – und wer kann das schon -, etwas verstehen.

Josef Wallnig, Leiter der Musiktheater-Abteilung des Mozarteums, ist als Dirigent bekannt, aber auch studierter Jurist und hat persönlich keine Berührungsängste mit angeblich trockenen Materien: "Ich lese juristische Texte mit einer gewissen Wollust. Die sind gar nicht so anders zu lesen als Notentexte. Das Notorische, das Selbstverständliche ist in einem Bescheid nicht auszuführen. Wie in einem Bach-Urtext. Aber wenn da keine Artikulation drin steht, so gibt es sie trotzdem."


Tom Hansmann, dem Leiter des postgradualen Masterstudiums am Wiener Institut für Kulturmanagement, ist ein anerkannter Fachmann zum Thema. Er wird über „Kulturmanagement: Von der Kunst des Dazwischen“ referieren. Zwischen Kunst und Vermarktung gibt es viele Fragen, erklärt Josef Wallnig, speziell für seine Abteilung: „An einer Universität steht natürlich die Erschließung der Kunst im Vordergrund, aber wie kann man das mit dem Markt vereinigen? Wie entsteht Oper in Zusammenhang mit der Lehre? Das ist aufregend und schön. Wenn man auf Tournee geht, müssen die Vermarktung natürlich andere machen – aber wir müssen wissen und lernen, was da passiert.“

 
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