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Salzburger Landeskorrespondenz 15 Juni 2007 Nr.125

Salzburg holt seinen Weltstar ans Mozarteum zurück 

Burgstaller gewann Angelika Kirchschlager für eine zweijährige Gastprofessur, die vom Land finanziert wird.

(LK) "Es ist eine ganz besondere Auszeichnung für Salzburg, dass wir Frau Angelika Kirch­schlager für das Mozarteum gewinnen konnten. Ihr Können und ihr Weltruhm sind Garant für eine Stärkung der Ausbildung am Mozarteum." Das Land Salzburg bekräftige mit der Gastpro­fessur seine Unterstützung und Wertschätzung für das Salzburger Mozarteum. Ingesamt unter­stützt das Land das Mozarteum mit 250.000 Euro, aus dieser Summe speist sich auch die Pro­fessur. Dies erklärte heute, Freitag, 15. Juni, Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller bei einem Informationsgespräch mit der Künstlerin sowie mit Rektor Univ.-Prof. Reinhart von Gutzeit und Univ.-Prof. Dr. Josef Wallnig, Leiter der Abteilung für Musiktheater und des Mozart-Opern-Instituts am Mozarteum, und in Gegenwart der am Meisterkurs teilnehmenden Studenten.

"Salzburg wird dank Mozart und dank der Festspiele oft als eine der Weltkulturstätten genannt. Dank des Engagements von Frau Kirchschlager wird jetzt auch im Bereich der Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses ein eindrucksvolles Bekenntnis zu den hohen Salzburger Ansprü­chen abgelegt. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Tätigkeit und gratuliere Ihren Schüler/innen zu dieser hervorragenden Lehrerin", sagte die Landeshauptfrau.
Das Land habe auch in der Vergangenheit immer seine Verbundenheit zum Mozarteum bewie­sen. So habe man sich vehement und letztendlich erfolgreich gegen eine geplante Zerschla­gung des Mozarteums gewehrt. Voriges Jahr wurden – auch dank des Engagements des Lan-des Salzburg – die umstrittenen Pläne, Teile des Mozarteums auszugliedern und einer neu zu schaffenden Kunstuniversität/Fakultät in Tirol einzugliedern, ad acta gelegt.

Kirchschlager: Viele Jahre meiner Kindheit verbracht
„Es ist für mich eine besondere Ehre und ein Ereignis, dass ich jetzt als Lehrende ans Mozar­teum zurückkommen darf, weil ich viele Jahre meiner Kindheit hier verbracht habe und mich viele Erinnerungen mit dieser Institution verbinden“, sagte Angelika Kirchschlager. “Ich bin ein­geladen worden, um den jungen Sängerinnen und Sängern meine Art Musik zu machen zu zei­gen. Dies möchte ich auch tun, ohne Anspruch darauf zu haben, dass mein Weg der einzig mögliche ist. Ich sehe meine Stärke darin, die Studierenden zu motivieren, ich möchte ihnen Mut geben, über sich hinauszuwachsen. Ich möchte ihnen helfen, ihre eigene Begeisterung auf das Publikum überspringen zu lassen.“


Rektor von Gutzeit: Dem Land sehr dankbar
"Angelika Kirchschlager, eine junge Sängerin mit höchster künstlerischer Kompetenz und inter­nationaler Erfahrung, wird unseren Studentinnen und Studenten viel vermitteln und sie motivie­ren und ermutigen. Wir sind dem Land Salzburg sehr dankbar, das es uns ermöglicht, diese fabelhafte Künstlerin für zwei Jahre an die Universität Mozarteum zu binden".


Wallnig: Erste „Sängerinnen-Liga“
Die Gastprofessur von Angelika Kirchschlager sei ein Glücksfall für die Universität Mozarteum in seiner Gesamtheit und besonders für die Studierenden der Musiktheater- und Gesangsabtei­lung, sagte Prof. Wallnig auch als Leiter des Mozart-Opern-Instituts der Universität Mozarteum.

Sie wird in themenbezogenen Blockveranstaltungen abgehalten, den ersten Schwerpunkt bildet die Beschäftigung mit den Opern W.A. Mozarts und wird vom Mozart-Opern-Institut der Univer­sität Mozarteum organisiert. Teilnehmer/innen sind Studierende der Opern- und Liedklassen.
In weiteren Unterrichtsblocks wird Frau Kirchschlager ihre Erfahrung auf den Gebieten Rezita­tiv, Lied- und Ensemblesingen weitergeben. Angelika Kirchschlager wird für alle Teilnehmer einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, geht es doch dabei nicht nur um die Fachkompetenz einer prominenten Vertreterin der "ersten Sängerinnen-Liga", sondern auch um die Begeiste­rungsfähigkeit, Motivation und Strahlkraft, die zu entwickeln im Zentrum der pädagogischen Tätigkeit von Angelika Kirchschlager steht, sagte Prof. Wallnig.

Land Salzburg finanziert Gastprofessur
Die Gastprofessur, die für zwei Jahre in mehreren Unterrichtsblöcken läuft, wird vom Land Salzburg finanziert. Von 14. bis 17. Juni hält Angelika Kirchschlager einen Meisterkurs zur In­terpretation von Mozartopern im Solitär des Neuen Mozarteums. Höhepunkt ist der letzte Teil des Kurses am 22. Juni ab 18.00 Uhr: dieser ist öffentlich!

Angelika Kirchschlager – aus Salzburg zum Weltstar
Angelika Kirchschlager erhielt zunächst eine Klavierausbildung an der Universität Mozarteum ihrer Heimatstadt Salzburg, bevor sie an der Wiener Musikhochschule das Gesangsstudium bei Walter Berry und Gerhard Kahry absolvierte. Erste Engagements führten sie an die Wiener Kammeroper und das Opernhaus Graz; 1994 debütierte sie dann an der Wiener Staatsoper, der sie bis heute eng verbunden ist. Ihr Repertoire umfasst die großen Mezzopartien in den Opern Mozarts sowie Hauptrollen in Werken von Richard Strauss, Georg Friedrich Händel, Jacques Offenbach, Franz Lehár u.a., die sie auch an der Dresdener und der Bayerischen Staatsoper, an der Metropolitan Opera New York, der Opéra Bastille in Paris und an der Mai­länder Scala präsentierte. Einen triumphalen Erfolg feierte sie 2002 bei der Uraufführung von Nicholas Maws „Sophie’s Choice“ am Londoner Covent Garden, wo sie die Titelpartie gestalte­te.


Bei den Salzburger Festspielen war sie 2003 als Muse/Nicklausse in „Les Contes d’Hoffmann“ und 2004 als Octavian im “Rosenkavalier“ zu erleben, bei den Osterfestspielen übernahm sie 2006 die Rolle der Mélisande in Debussys „Pelléas et Mélisande“. Während der Spielzeit 2006/07 standen Auftritte als Idamante im Theater an der Wien, als Händels Ariodante am Thé­âtre des Champs-Élysées und als Mélisande am Londoner Royal Opera House auf ihrem Pro­gramm. Angelika Kirchschlager ist eine gefragte Konzertsängerin und arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Sir Colin Davis, Giuseppe Sinopoli, Sir John Eliot Gardiner, James Levine, Kent Nagano, Seiji Ozawa und Sir Simon Rattle zusammen. Für ihre Liedeinspielungen wurde ihr zweimal der Echo Klassik verliehen, die “Figaro“-Aufnahme, an der sie als Cherubino mit­wirkte, wurde mit einem Grammy ausgezeichnet.

 
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2007-2010